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Zukunftsfilm-Gespräch
Datum: 16. September 2015
Uhrzeit: 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Ort: 14467 Potsdam
Veranstalter: Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz FÖN e.V.
Aktivität: Informationsveranstaltung - Filmgespräch

ZDFzoom: Böse Mine – gutes Geld (45 Minuten)

Diese Filmveranstaltung findet von 9:00 Uhr bis 10:30 Uhr mit Schülern ab Klassenstufe 9 statt.

ZDFzoom: Böse Mine – gutes Geld (45 Minuten)
(Hoimar-von-Ditfurth-Preis der 10. Ökofilmtour für die beste journalistische Leistung, verliehen von der Deutschen Umwelthilfe e.V.)

In Bogotá trifft "ZDFzoom"-Reporter Jo Schück im Hochsicherheitsgefängnis Jaime Blanco Maya, der für die Morde an Spitzenfunktionären der Kohlegewerkschaft verantwortlich ist. Jo Schück ist der erste Journalist überhaupt, dem Maya ein Fernsehinterview gibt. Der zu 38 Jahren Haft Verurteilte spricht vom Milliardengeschäft mit Strom aus Kohle. Seine Vorwürfe werfen dunkle Schatten - sogar bis nach Deutschland. Der Verdacht wiegt schwer: Landet "blutige Kohle" aus Übersee auch in deutschen Kraftwerken? Müssen Menschen andernorts leiden, wenn wir den Föhn oder die Waschmaschine anschalten? Kohleminen in den USA und in Kolumbien sollen gravierende Naturschäden anrichten und gigantisches Leid über die lokale Bevölkerung bringen. Vergiftete Flüsse, weggesprengte Berge, vertriebene Dorfgemeinschaften und ermordete Gewerkschafter. Was wissen deutsche Energieversorger darüber, und welche Verantwortung tragen sie?

Energie vom Feld – Aus Mais wird „Bio“-Strom (45 Minuten)

Diese Filmveranstaltung findet von 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr mit Schülern ab Klassenstufe 10 statt.

Energie vom Feld – Aus Mais wird „Bio“-Strom (45 Minuten)
(Zukunftsfilm-Preis der 10. Ökofilmtour für die beste journalistische Leistung, verliehen von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde)

Thema: Zukunftsfragen: Monokultur oder biologische Vielfalt
Nicht erst seit Fukushima und der „Energiewende“ ist das Thema „Bio“-Strom aus Mais zum aufgeladenen Thema geworden: Es gibt kontroverse Diskussionen um Schlagworte wie „Vermaisung der Landschaft“, „Grünes Gold“, „Unsinn, der auf Feldern wächst“ oder „Biogas kann’s!“. Nirgendwo in der Welt gibt es so viele Biogasanlagen wie in Deutschland: 7.500, davon 2.500 allein in Bayern. Durch staatliche Subventionen, für 20 Jahre garantiert, ist Biogas zum Milliardengeschäft geworden. Der Anbau von Energiepflanzen führte in Bayern wie in Brandenburg zum Anstieg der Pacht- und Bodenpreise. Der ungebremste Maisanbau wurde für die Natur und ihre biologische Vielfalt zur Bedrohung mit unabsehbaren Folgen für die Umwelt. Demzufolge haben sich die Weltmarktpreise von Mais verdreifacht, so dass sich Millionen Menschen ihr Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können.

Der Fernsehjournalist Lorenz Knauer hat sich auf eine spannende Reise kreuz und quer durch Bayern begeben und "Gewinner" wie auch "Verlierer" des Mais-Booms besucht:
Vom Bauern, der alles auf die Biogasananlage gesetzt und sich dafür in Millionenhöhe verschuldet hat, über den Imker, der gegen die Mais-Monokulturen kämpft, weil seine Bienen unter den Pestiziden leiden, bis zu fränkischen Öko-Bauern, die eine Biogasanlage ganz ohne Mais betreiben – und das sehr erfolgreich.

Der große Deal – Geheimakte Freihandelsabkommen (30 Minuten)

Diese Filmveranstaltung findet von 13:30 Uhr bis 15:00 Uhr mit Schülern ab Klassenstufe 11 statt.

Der große Deal – Geheimakte Freihandelsabkommen (30 Minuten)
(Redaktion Monitor aus der Reihe „Exclusiv im Ersten“ - in ARD-Videothek noch bis 4. August 2015)
Eine Reportage von Stephan Stuchlik und Kim Otto.

Januar 2014. Wir sind mit dem EU-Handelskommissar Karel de Gucht verabredet. Wir wollen mit ihm über TTIP reden, das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Wir haben eine Studie über die Auswirkungen von TTIP auf die Wirtschaft dabei – von de Gucht selbst in Auftrag gegeben. Er ist der Chefunterhändler für das Freihandelsabkommen und behauptet öffentlich, dass das Abkommen 120 Milliarden Euro zusätzliches Wirtschaftswachstum bringen wird. Eine stolze Zahl?

Als wir ihn im Interview darauf hinweisen, dass seine Studie gerade mal 0.05 Prozent Steigerung der Wirtschaftsleistung pro Jahr durch TTIP errechnet hat, bricht er das Interview erstmal ab. Der Kommissar rechnet nach, dann wird er unwirsch: "Let's not argue with numbers. Ich sage ihnen, wir werden die meisten Handelshemmnisse abschaffen."

Das Freihandelsabkommen soll zwei der größten Wirtschaftsräume der Erde enger miteinander verbinden und viele Bereiche umfassen: Arbeitsrecht, Finanzdienstleistungen, öffentliche Daseinsvorsorge, Datenschutz, Lebensmittelrecht. Obwohl am Ende circa 800 Millionen Bürger diesseits und jenseits des Atlantiks betroffen sein werden, wird im Geheimen verhandelt. Die Zwischenergebnisse kommen selbst für Parlamentarier nur bruchstückhaft und oft nur für Experten verständlich an die Öffentlichkeit.

Wenn aber selbst EU-Experten von einem nur sehr geringen Wachstum durch TTIP ausgehen – wer profitiert dann eigentlich vom Abkommen? Und was bedeutet es für uns, wenn Handelshindernisse abgeschafft werden? Diesen Fragen gehen Monitor-Redakteur Stephan Stuchlik und Co-Autor Kim Otto seit Monaten nach. Sie haben mit den Verantwortlichen gesprochen, den Unterhändlern und Lobbyisten in den USA und der EU. Ihre wichtigste Informationsquelle sind geheime Papiere, die ihnen zugespielt werden und die all das zeigen, was keiner offen erklären will: Grundsätzliche Standards in Europa sind in Gefahr.

So zeigen geheime Unterlagen, dass darüber verhandelt wird, amerikanische Krankenhausketten auf den europäischen Markt zu lassen, die ihre Krankenschwestern und Ärzte aus den USA importieren und sie nach dortigem Recht beschäftigen und bezahlen. In dem Krankenhaus, das uns in den USA als Musterbeispiel vorgeführt wird, würde keiner von uns gern behandelt werden: wenig Personal, schlecht bezahlt. Und alle Kranken haben einem Chip um den Hals, mit dessen Hilfe sie im Haus auffindbar sind.

Nach außen hin beteuern die deutsche Bundesregierung und die EU-Kommission, es würden keinerlei Standards zum Schutz von Mensch und Umwelt in Frage gestellt. Die internen Papiere zeigen aber, dass sich die EU-Kommission beispielsweise bei der Zulassung von Chemikalien kompromissbereit zeigt. Ein Grund zur Beunruhigung: Der Umgang mit hochgefährlichen Stoffen ist in den USA wesentlich laxer als bei uns, die Chemielobby fordert schon offen eine Anerkennung nach dem USA-Prinzip.

Und bereits ein erster Blick in die Verhandlungsunterlagen zum Thema "Datenschutz" zeigt, dass hier eine fast vollständige Kapitulation der Europäer droht. Bis jetzt ist von "persönlichem Datenschutz" nicht die Rede, die Vorstellung der US-Amerikaner von "ungehindertem Datenaustausch ohne übermäßige Behinderung" findet sich in beinah allen Papieren zu diesem Kapitel wieder.

Sind das die Gründe für die Geheimhaltung? Fürchtet man eine kritische Öffentlichkeit? Vieles von dem, was in den Verhandlungen kritikwürdig erscheint, geschieht mit Zustimmung der deutschen Bundesregierung. Sie hat sich dafür ausgesprochen, die Geheimhaltung bei den Gesprächen trotz wachsenden Protests in der Bevölkerung beizubehalten.

Am Ende kommt sogar der ehemaliger Unterhändler von großen Freihandelsabkommen bei WTO und GATT, der Wirtschaftswissenschaftler Jagdish Bhagwati zu einem vernichtenden Urteil: "Freihandel ist gut. Dieses Abkommen aber sollte nicht unterzeichnet werden. Schon gar nicht von den Europäern, sie werden am Ende die Verlierer sein."

Diese Veranstaltung wird von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

Zielgruppe

Schülerinnen und Schüler

Ort der Veranstaltung

Erlebnisquartier Schiffbauergasse
Schiffbauergasse
14467 Potsdam

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